Keine Zerschneidung des Biosphärenreservats Rhön | fulda-meiningen.de

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Zahlen, Daten, Fakten

Am 15. 11. 2006 wurde in Fulda von den Verkehrsministern Hessen und Thüringen die Linienführung für die geplante B 87n vorgestellt. Sie entspricht dem Antrag Hessen/Thüringen vom 15. 01. 2003.
Die Straße diene allein der Verknüpfung der regionalen Zentren Fulda und Meiningen und habe keine nationale oder gar internationale Bedeutung.
Eine Einschätzung, die der Präsident der IHK Fulda, Helmut Sorg, teilt. “Ängste”, die mancher Rhöner habe, dass die Straße überregionalen Verkehr anziehen werde, seien unbegründet. Keinesfalls habe sie aber zur Folge, dass mitten im Biosphärenreservat neue Gewerbeansiedlungen entstünden.

Wie hoch ist das regionale Verkehrsaufkommen?

Aus den Raumordnungsunterlagen der B 87 n geht hervor:

"Das Verkehrsmodell weist für 2004 etwa 1.000 Fahrzeuge pro Tag auf, die zwischen Fulda und Meiningen verkehren und damit den gesamten Planungsraum durchfahren." (Band 27/24)

"In Summe ist für die betrachteten Zählstellen ein Rückgang der Verkehrsbelastung von rund 7% im Betrachtungszeitraum 1990 - 2004 festzustellen." (Band 27/15)

Wegen zu geringer Verkehrsbewegungen wurde im Weidtal zwischen Wendershausen und Dippach/Unterweid keine Zählung durchgeführt. An der Zählstelle Lahrbach wurden jeweils 2000 Ein- und Auspendler während der Hauptverkehrszeit (6:00 bis 10:00 Uhr und 15:00 bis 19:00 Uhr) gemessen, also ingesamt 4000 Fahrzeuge.

Warum für den Ortsteil Wendershausen eine Verkehrsmenge von 8.648 Fahrzeugen angegeben wurde, ist auf Grund der o.a. Zahlen nicht nachvollziehbar.

Wie sieht die Verkehrsprognose aus, wenn der überregionale und internationale Verkehr hinzukommt?

Die geplante Trasse bildet eine Spange zwischen den Autobahnen A7/A66 (Frankfurt-Fulda) und A71 (Erfurt-Meiningen). Die B87n wird somit zur schnellsten Verbindung zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Erfurt. Der Fernverkehr kann sich das Kirchheimer Dreieck sparen. Dementsprechend stark wird der Fernlastverkehr die Trasse nutzen. Es werden 40.000 Fahrzeuge pro Tag erwartet (laut einer Hochrechnung der IHK Fulda).

Die rein binnenräumliche Funktion der Trasse als Bundesstraße ist daher nicht realisierbar.

Die Rhön liegt im verkehrstechnisch bedeutsamen Städteviereck Fulda-Meiningen-Bad Hersfeld-Eisenach. In diesem Gebiet kreuzen sich die Transportströme der Nord-Süd- und Ost-West-Achse. Dazu kommt die enorme Sogwirkung des Rhein-Main-Gebiets auf die Logistikbranche. Dank seiner Infrastruktur mit Luft-, Wasser-, Straßen- und Schienenanbindung nimmt es eine herausragende Stellung als zentraler Transport- und Waren-Umschlagplatz ein.

An dieser Stelle wird klar, warum den Rhönern ausgerechnet die kürzeste Verbindung zwischen der A7 /A66 und A 71 als besonders landschaftsschonend und umweltverträglich verkauft wird.

Zustimmung von allen Seiten?

Mit der Entscheidung “vorrangiger Bedarf” ist für die Trasse Fulda-Meiningen im Bundesverkehrswegeplan der Bau einer Verbindung zwischen der A 7 und A 71 politisch entschieden. In mündlichen Äußerungen sind dem Autor aber Positionen von Fachbehörden, wie der Oberen Naturschutzbehörde und des Bundesamtes für Naturschutz, bekannt, die sich gegen die geplante Trasse aussprechen.

Nach dem Gesetz zur schnelleren Infrastrukturplanung vom 27.10.2006 handelt es sich bei der B 87n entgegen den obigen Äußerungen um ein Vorhaben mit internationalem Bezug (EU-Erweiterung) und laut Pressemitteilung des Hessischen Verkehrsministeriums vom Januar 2007 um eine überregional wirksame Maßnahme.
Das Gutachten der B.A.U. GmbH, Stuttgart, kommt zu dem Ergebnis:

„Ein Verkehrswegmangel ist nicht gegeben oder zu erwarten. Die regionale Entwicklung ist durch das vorhandene Verkehrswegnetz nicht benachteiligt. Von Seiten des Naturschutzes ist diese Trassenführung absolut unakzeptabel, da die in Anspruch genommene Kernzone (EU-LIFE-Gebiet) das Biosphärenreservats keinerlei zusätzliche Durchschneidungen sowie Immisionsbelastung verträgt. Des Weiteren wurde –für den Fall des tatsächlich erwiesenen Bedarfs ein u. E. geeigneter Trassenkorridor südlich der direkten Linie Fulda-Meiningen, etwa im Berech der B279 vorgeschlagen.“


Ablehnung dieser Trasse erfolgt aber auch von anderer Seite, z.B.:

Die Resolution “Widerstand gegen den geplanten Bau der B 87n im Biosphärenreservat Rhön” des Projekts “Rhön im Fluss” der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt/Main

Prof. Dr. Harald PLACHTER, Philipps-Universität Marburg, (Stellungnahme)

Prof. Dr. Erich OTT, Fulda (Beiträge RN 2006 und frühere Stellungnahmen)

Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt/M. (Dr. Wolfgang DOROW, Stellungnahme)

Internationale Umweltstiftung Euronatur (Stiftung Europäisches Naturerbe), Radolfzell (Stellungnahme)

Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, Frankfurt/Main (Dr. Klaus RICHARZ Resolution)

Deutscher Naturschutzring (Hubert WEINZIERL Resolution)

Schwarzstorchspezialisten Deutschlands (27. und 28. 10. 2006 Schwarzstorchtagung in der Rhön der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen)

“Keine Zerschneidung der Rhön” auf der XV. Internationalen Naturschutztagung “Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa” im November 2006 (Prof. Dr. Volker SCHURIG, Prof. Dr. Jakob PARZEFALL u.a.)

Die Naturschutzverbände und Naturschutzbeiräte von Hessen und Thüringen (Resolutionen)

Landschaftspflege-Agrarhöfe und Kaltensundheimer Öko-Landhöfe (größter landwirtschaftlicher Betrieb entlang der geplanten Trasse, Stellungnahme)

Unterschriften aus der Bevölkerung in erheblichem Umfang (Meininger Tageblatt vom 18. 12. 2004 und Fuldaer Zeitung vom 30. 11. 2004)

Schluss mit dem Unsinn!

Deutschland hat das dichteste Straßennetz der Flächenstaaten Europas. Durch ständigen Ausbau wird es weiter verdichtet und schränkt so zunehmend störanfällige artenreiche oder gefährdete Habitate ein.

 

 

 




 

 

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  • Bürgerinitiative "Alternative B87" Widerstand gegen die B87n
    Leipzig-Torgau