Keine Zerschneidung des Biosphärenreservats Rhön | fulda-meiningen.de

Neuer Artikel: Das Biosphärenreservat

Biosphärenreservat Rhön – Etikettenschwindel und Verbrauchertäuschung

Die Trasse Fulda-Meiningen wird als leistungsfähige Verbindung zweier Autobahnen (A71 und A7) dreispurig ausgebaut und soll vor allem überregionalen Durchgangsverkehr mitten durch das Biosphärenreservat Rhön schleusen. Das Bauwerk verursacht nicht ausgleichbare Eingriffe in Natur und Landschaft und ist deshalb nicht vereinbar mit dem Leitbild des Biosphärenreservates. Die Rhön erleidet damit nicht nur einen Natur- und Landschaftsschaden, sondern das Straßenbauprojekt untergräbt auch die Glaubwürdigkeit des Biosphärenreservates und seiner Akteure. Die nachhaltige Wirtschaftsweise der Modellregion Rhön gerät zum Etikettenschwindel und das Qualitätssiegel Rhön zur Verbrauchertäuschung.

Die Politik schafft Schmutzzonen, die Partner des Biosphärenreservates wirtschaften in Schutzzonen.
Was ist daran nachhaltig, was modellhaft? Diese Einstellung führt die Rhön wieder dahin zurück, wo sie Jahrhunderte lang verharrte: in die Bedeutungslosigkeit!

Die Rhön ist wegen ihrer reich strukturierten Wald- und Grünlandstandorte, sowie den weitgehend waldfreien Hochlagen, eine der attraktivsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. Durch die Abgeschiedenheit an der innerdeutschen Grenze und die starke Heimatverbundenheit der Bevölkerung ist ein bemerkenswerter Naturraum mit einer weitgehend intakten Kulturlandschaft erhalten geblieben. Die herausragende Qualität der Kulturlandschaft war der Grund für die internationale Anerkennung der Rhön als Biosphärenreservat der UNESCO.


Die Region hat ihren Weg in die Zukunft gefunden. Viele Modellprojekte wurden länderübergreifend initiiert: die Rhöner Apfelinitiative, das Revival des Rhönschafes, die Rhöner Partnerbetriebe, der Rhöner Charme, Wanderwelt Nr.1 und vieles andere mehr. Die praktizierte naturverträgliche Wirtschaftsweise und die regionale Kreislaufwirtschaft haben die Rhön zur international anerkannten „Region mit Zukunft“ gemacht. Das Qualitätssiegel Rhön bürgt für diese ursprüngliche Qualität. Viele Rhöner identifizieren sich mittlerweile mit diesem Leitbild und verdienen mit einer nachhaltigen Wirtschaftsweise für sich und ihre Familie den Lebensunterhalt.

Doch wie passt die Trasse Fulda – Meiningen in diese Modellregion? Sie soll 7 Meter breit und 60 Kilometer lang werden, durchschneidet das Biosphärenreservat in West-Ost Richtung, nimmt keine Rücksicht auf Berg und Tal, sondern gräbt sich mit Einschnitten und Tunneln in Berge, überspannt mit monumentalen Brücken und Dämmen die Täler. Sie verbindet nicht, sondern trennt Dörfer, durchschneidet Lebensräume und kappt die landwirtschaftlichen Betriebe von ihren Feldern. Die Straßenbauwerke wirken wie Fremdkörper in der Naturlandschaft und zerstören die Ästhetik der Landschaft. Experten bescheinigen dem Verkehrsprojekt „nicht ausgleichbare Eingriffe in Natur und Landschaft“. Vierzigtausend Fahrzeuge pro Tag sollen durch die Rhön rollen – überwiegend Durchgangsverkehr von einer Autobahn (A7) zur anderen (A71). Die leistungsfähige Trasse dient nicht dem regionalen Erschließungsverkehr, sondern dem überregionalen Fernverkehr. Die Rhön wird wieder als „Zwischenraum“ begriffen, den es möglichst schnell zu durchqueren gilt. Nationale, zentrenbestimmte Wirtschaftsinteressen stehen über und gegen eigenständige Regionalentwicklung.

Mit dem Straßenprojekt B87n erleidet die Rhön einen nicht wieder gut zu machenden Natur- und Landschaftsschaden und – was noch schlimmer ist - es steht die Glaubwürdigkeit des Biosphärenreservates und ihrer Akteure auf dem Spiel. Wie will man glaubhaft von Landwirten und Imkern den Verzicht auf Chemie verlangen, wenn gleichzeitig zusätzlicher Verkehr in die Rhön geschleust wird, der Tausende Tonnen Ruß, Feinstaub und aromatische Kohlenwasserstoffe wie Toluol, Xylole und alkylierte Aromate auf die Ökofelder rieseln lässt? Die Politik schafft Schmutzzonen, die Partner des Biosphärenreservates wirtschaften in Schutzzonen. Was ist daran nachhaltig, was modellhaft?

Die geplante Trasse Fulda - Meiningen führt die Rhön in die regionalentwicklungspolitische Sackgasse. Sie nimmt der Rhön die Einzigartigkeit und führt sie dahin zurück, wo sie Jahrhunderte lang verharrte: in die Bedeutungslosigkeit!


Das steht im Rahmenkonzept des Biosphärenreservates Rhön
• Die intakte Natur und Landschaft der Rhön ist das wichtigste Kapital der Rhön für die weitere Entwicklung des Fremdenverkehrs.
• Anzustreben sind Erholungsformen, die das Ökosystem möglichst wenig belasten und die Erholungsqualität der Landschaft (Landschaftsbild, Ruhe, Naturnähe, Vielfalt) erhalten.
• In der Rhön soll in beispielhafter Weise umweltverträglich und nachhaltig gewirtschaftet werden.
• Von den Entwicklungszonen müssen entscheidende Anstöße zur Erhaltung der Rhönlandschaft und ihrer Eigenart, Vielfalt und Schönheit ausgehen.
• Es soll gezeigt werden, dass der Mensch die Biosphäre nutzen kann, ohne sie zu zerstören.

Das bringt die Trasse
• Starke Überprägung von Landschafts- und Ortsbildern durch Großbrücken, Dämme und Einschnitte.
• Verlärmung von Wohnlagen durch hohes Verkehrsaufkommen mit hohem Schwerverkehranteil.
• „Mit der Anlage der Straße gehen Veränderungen charakteristischer und gewohnter Landschaftsbilder einher. „
• „Durch die Trasse nehmen Trenn- und Barrierewirkungen zu.“
• „Durch den zusätzlichen Verkehr sind erhöhte Schadstoffemissionen zu erwarten“.
• „Veränderung der Bodenfunktion durch Schadstoffakkumulation, Einträge in das Schutzgut Wasser und lufthygienische Veränderungen sind zu erwarten.“
• „Durch den Salzeintrag im Winterbetrieb sind Salzsschäden an der Vegetation und in den Fließgewässern zu erwarten.“
• Durch den Verkehr ist eine Barrierewirkung zu erwarten, dies betrifft insbesondere Bereiche, wo erhöhte Wanderaktivitäten von verschiedenen Artengruppen (Wild, Amphibien) vorhanden sind.
• Bei der Rhönquerung (Tunnel) sind Auswirkungen auf die Grundwasserverhältnisse möglich.
• Die Gewässerquerungen (Brücken) stellen Konfliktschwerpunkte dar. Es handelt sich um sensible Biotopkomplexe, wo enge Wechselwirkungen zwischen den Landschaftsfaktoren bestehen. Neben dem Schutzgut Pflanzen und Tiere ist das charakteristische Landschaftsbild der Auen, meist mit weiten Sichtbeziehungen, sehr empfindlich gegenüber technischen Bauwerken.
• Neben den aufgeführten Problembereichen kann es zusätzliche zurzeit noch nicht bekannte Konfliktpunkte geben.

Bilder vom Land der offenen Fernen und Informationen über die einzigartige Rhön finden Sie hier:

Rhön-Impressionen

(über 1400 stimmungsvolle Aufnahmen von verschiedenen Fotografen mit lesenswerten Kommentaren)

Die Geologie der Rhön

Fakten und Wissenswertes

Marktplatz Rhön

Ferienland Rhön

Erlebnisland Rhön

Orchideen der Rhön

UNESCO-Biosphärenreservat

Rhönlexikon

 

 

 

Beeindruckendes Rhön- Porträt in Wort und Bild

Newsletterbestellung

Hier können Sie sich in unseren Newsletter-Verteiler eintragen. So bekommen Sie regelmäßige Informationen von und über die Trasse Fulda-Meiningen.



  • Bürgerinitiative "Alternative B87" Widerstand gegen die B87n
    Leipzig-Torgau