Keine Zerschneidung des Biosphärenreservats Rhön | fulda-meiningen.de

Politischer Irrsinn: B87n statt B62?

Im November 2010 fand von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr zum 8. Mal eine genehmigte halbseitige Straßensperrung an der B62 in Kaiseroda (Wartburgkreis, Nähe Bad Salzungen) statt.
Die Bürgerinitiative B62 hat die Gegner der geplanten B87n um Unterstützung gebeten, da sie Informationen besitzt, dass die komplett geplante Ortsumgehung, gegen die es keinerlei Widerstand gibt (auch die Naturschutzverbände im Wartburgkreis sind dafür), nicht gebaut werde, weil sämtliche Finanzmittel für den Bau der B87n vorgehalten würden!
Hier der Brief eines Mitglieds der Bürgerinitiative B62 Leimbach-Kaiseroda, der Fakten und Hintergründe erläutert.

"Die B62 zwischen Barchfeld und der Landesgrenze Hessen ist die am meisten befahrene Straße in Südthüringen. Der transeuropäische Verkehr rollt vor unseren Wohn- und Schlafzimmern auf der B62 im Werratal vorbei: mit einer Fahrzeugdichte von 20 000 Fahrzeugen pro Tag und natürlich Nacht (über eine Woche elektronisch gemessen im September 2010 in Leimbach).

Zum Vergleich: Thüringer-Wald-Autobahn A73 Coburg-Suhl: 5000 FZ, A71 Schweinfurt-Suhl: 15 000 Fahrzeuge,  A72 Erfurt-Suhl: unter 20 000 Fahrzeuge. Für einen Kilometer Autobahn A73 hätte man kostenmäßig 5 komplette Ortsumfahrungen Leimbach bauen können!

Ein hoher Anteil Fernverkehr und Schwerlastverkehr in Richtung Bad Hersfeld, Marburg, Gießen und dem Ruhrgebiet findet hier eine mautfreie, fast geradlinige Strecke.

Eine Neutrassierung der B62 außerhalb der Ortschaften  wurde bei weitaus weniger Verkehrsbelastung schon in der DDR zu Anfang der 80er Jahre geplant. Jedoch wurde nur ein Teilstück um Bad Salzungen damals realisiert. Nach der Wiedervereinigung wurde diese Bauvorhaben sofort in den Bundesverkehrswegeplan und in den Finanzierungsplan als vordringlicher Bedarf eingeordnet. Am Anfang sogar als Maßnahme im Rahmen des Bundesverkehrswegebeschleunigungsgesetzes. Nach Mitteilung des Straßenbauamtes waren die Planungen für die heutige Variante der Trasse schon 1995 abgeschlossen. Die fertig gestellten Planungsunterlagen konnten von uns eingesehen werden. 

Doch dann kam die B87n ins Spiel.  Um die Notwendigkeit der Rhönquerung nachweisen zu können, wurde der Weiterbau der B62-Ortsumfahrung auf Eis gelegt und massive öffentliche Propaganda für die B87n betrieben.

So sieht also die Thüringer Verkehrs- und Infrastrukturpolitik aus: Ein seit Jahrzehnten geplanter dringend notwendiger Straßenneubau für die B62 (durchgehend zweispurig geplant) mit mometan 20 000 Fahrzeugen täglich muss einem Prestigeobjekt zum Opfer fallen - der B87n durch das Biosphärenreservat Rhön mit zur Zeit nur 2600 Fahrzeugen täglich, dafür aber drei- und an vielen Stellen sogar vierspurig (!) ausgebaut.

Wenn wir nicht intensiv weiterkämpfen, die einen gegen den Bau der B87n und die Werratal-Anrainer für den Bau der B62, wird es wohl so kommen: Diese Privatstraße für CDU-Politiker der Kreise Schmalkalden-Meiningen und Fulda sowie ihrer befreundeten Spediteure wird über die Rhön gebaut. Die Orte im Werratal aber werden im Verkehr ersticken, denn der Schwerverkehr von Coburg nach Wetzlar wird sich kaum durch eine neue Straße über die Rhön zu einem Umweg über Fulda verleiten lassen. Auch der Pendler möchte auf seinem täglichen Arbeitsweg von Schmalkalden nach Bad Hersfeld nicht die Natur in der Rhön mit 40 Kilometern mehr Strecke genießen!

Eines wird jedoch sicher sein: die kaum befahrene Autobahn 71 wird noch leerer werden, wenn der Schwerverkehr dann mautfrei über die Rhön rollt.

Würde eine durchgängig befahrbare B62 mit allen geplanten Ortsumfahrungen zwischen Barchfeld und der Landesgrenze zu Hessen Realität, dann würde sich die Notwendigkeit einer parallelen um das Vielfache teureren Rhönquerung noch weniger begründen lassen. "                                      

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  • Bürgerinitiative "Alternative B87" Widerstand gegen die B87n
    Leipzig-Torgau