Keine Zerschneidung des Biosphärenreservats Rhön | fulda-meiningen.de

Erster Widerstandsbaum steht am Nüsterrasen

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, dann würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen\", mit diesem Luther zugeschriebenen Wort endete Pfarrer Johann Rüppel seine Andacht anlässlich der Pflanzung keines Apfel-, aber eines Ahornbaumes, womit die Bürgerinitiative „Rettet die Rhön! - Alternativen zur B87n\" am 20. November gemeinsam mit dem NABU gegen den geplanten Bau einer Bundesfernstraße durchs Biosphärenreservat Rhön von Fulda nach Meiningen protestierte.

 

Als Zeichen der Bewahrung der Schöpfung und als Zeichen dafür, „dass Bäume für unser Klima wichtiger sind als eine große Straße" charakterisierte Rüppel die Aktion.

Den Rhöner Bergahorn gesponsert hat der NABU-Kreisverband Fulda. Dessen Vorsitzender Volker Strauch kritisierte, es werde etwas geplant, das nicht zukunftsfähig sei: Eine Verkehrstraße quer durch die Rhön solle Autobahnen verbinden, in einem Land, das bereits das dichteste Autobahnnetz Europas hat.

Während Windkraft in der Rhön von Verantwortlichen angeblich zum Schutz des Landschaftsbildes abgelehnt werde, würden Gewerbeparks und Straßen, die vom Bund bezahlt werden, als wünschenswert verkauft.


„Wir werden uns diese Landschaft nicht auch noch zerstören lassen. Wir stellen uns - mit diesem Baum - dem entgegen, für einen nachhaltigen Fortschritt!", endete er.

Reinhardt Kremer, der Vorsitzende der Bürgerinitiative, beschrieb anschaulich, wie die Landschaft durch den Bau der B87n unwiderruflich zerstört würde. Am Nüsterrasen beispielsweise, wo der Baum mit freundlicher Unterstützung der Gartenbaufirma Kopf aus Wüstensachsen gepflanzt worden ist, würde ein 80 bis 100 Meter breiter und 20 Meter tiefer Einschnitt den Weiler teilen.

 

Des weiteren berichtete Kremer vom Kontakt zu einer Bürgerinitiative, die sich für den Bau einer Ortsumgehung der B62 im Werratal  bei Bad Salzungen einsetzt. „20 000 Fahrzeuge fahren täglich an deren Häusern vorbei, doch die baureifen Planungen für eine zweistreifige Umgehung werden nicht umgesetzt, weil statt dessen das Geld für den Bau einer dreistreifigen Bundesstraße für 2000 Fahrzeuge (so die amtliche Zählung 2004 im Weidtal) vorgehalten wird."


Der Vorsitzende erwähnte, dass die Idee für den Widerstandsbaum von einer Bürgerinitiative übernommen worden sei, die sich - mittlerweile erfolgreich - gegen den Bau der A4 bei Hattenbach-Olpe eingesetzt hatte.

Michael-Serge Schindler von der BI, der die Aktion koordiniert hat, freut sich über die positive Resonanz.

„Wir haben bereits das Geld für einen zweiten Widerstandsbaum gesammelt. Dieser soll nach Möglichkeit im thüringischen Bereich gepflanzt werden", kündigt der Oberweider an.

Dem „Netzwerk Stop A4" war es nach der 13. Widerstandseiche gelungen, die Landesregierung von der finanziellen Sinnlosigkeit jenes Projekts zu überzeugen. 

 


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