Keine Zerschneidung des Biosphärenreservats Rhön | fulda-meiningen.de

Neuer Artikel: Die Bundestraße

Die Bundesstraße und ihre eigentliche Dimension in Politik und Wirtschaft

Die folgenden Beispiele zeigen, dass das Projekt weit über die Grenzen von Hessen und Thüringen hinausgeht.

 

  • Wichtige West-Ost-Straßenverbindung

Mit gemeinsamen Schreiben vom 21.11.2006 fordern die sächsischen Bundestagsabgeordneten Rainer Fornahl (SPD) und Manfred Kolbe (CDU) sowohl Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee als auch den Sächsischen Staatsminister Thomas Jurk auf, sich für eine zügige Planung aller noch anstehenden Vorarbeiten für den Bau der B 87 n (n steht für neu) einzusetzen.
Fornahl und Kolbe betonen, dass der Bau der Bundesstraße B 87 neu zwischen Leipzig und Torgau ein Projekt von herausragender verkehrlicher Bedeutung ist. Die B 87 neu verbessert zum einen die Anbindung von Torgau an das Oberzentrum Leipzig ganz entscheidend und zum anderen ist diese B 87 neu im Rahmen des LeiLa-Konzepts eine wichtige West-Ost-Straßenverbindung zwischen dem mitteldeutschen Ballungsraum und dem südlichen Brandenburg sowie weiter nach Polen. (Leipzig/Lausitz)

Quelle und weitere Informationen:

Interview mit R. Fornahl "Torgau kann auf mich zählen"

Die B 87 n im Bundesfernstraßengesetz

Der Bundesverkehrswegplan

 

Ein Ziel der EU ist die Angleichung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Mitgliedsstaaten. Gewinner sind vor allem die strukturschwachen EU-Ostgebiete.

Der Europäische Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) ist einer von drei Strukturfonds, die für den wirtschaftlichen Aufholprozess der ärmeren Länder sorgen sollen. Dazu werden unter anderem mittelständische Unternehmen unterstützt, Infrastrukturprojekte durchgeführt und technische Hilfsmaßnahmen angewandt. (rote Gebiete auf der Grafik)

Paradebeispiel für diesen Prozess ist die rumänische Stadt Clujz, wo sich inzwischen auch der finnische Konzern Nokia niedergelassen hat. Dort entsteht ein riesiger Gewerbepark für 600 Firmen. Über die Hälfte davon kommen aus Deutschland. So ist es nicht verwunderlich, dass in den EU-Ostgebieten das Wirtschaftswachstum zweistellige Zuwachsraten von bis zu 20 % erreicht, während man in Deutschland nach der Bankenkrise von 0,2 % ausgeht.

Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen und damit auch ein stark ansteigender Gütertransitverkehr auf den Ost-West-Achsen.

 

Politik und Wirtschaft sind über die überregionale Transitfunktion der B 87 n sehr wohl im Bilde:


  • Bessere Ereichbarkeit der osteuropäischen Märkte

In einem 22-seitigen Forderungskatalog hat die IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen die aus Sicht der hessischen Wirtschaft unverzichtbaren Infrastrukturprojekte zusammengetragen.

"Hessens verkehrsgünstige Lage im Herzen Europas hat die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig positiv beeinflusst. Gerade vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung ist es von besonderer Bedeutung, dass sowohl die west- wie die osteuropäischen Märkte gleichermaßen gut erreichbar sind. Diese erheblichen verkehrlichen Standortvorteile für die heimische Wirtschaft gilt es zu wahren und zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Verkehrsinfrastruktur innerhalb der jeweiligen hessischen IHK-Bezirke, sondern vor allem um deren Einbindung in das großräumige Verkehrsnetz."

Quelle und weitere Informationen:

IHK Arbeiteitsgemeinschaft Hessen

IHK Fulda/Partnerstadt Sergiew Posad

Autoindustrie: Wachstumsmarkt Russland

 

(Grafik: Transeuropäische Verkehrskorridore, TEN)

Im Zuge der durch die EU-Erweiterung entstandenen neuen geopolitischen Situation erarbeitete die High Level Group II unter Leitung der früheren Vizepräsidentin der EU-Kommission, Loyola de Palacio, Vorschläge für eine Erweiterung der transeuropäischen Hauptverkehrsachsen zu den benachbarten Ländern und Regionen. Demnach sollen 5 multimodale Verkehrsachsen den freien Personen- und Güterverkehr innerhalb der EU sicherstellen und die leistungsfähige Anbindung an die Nachbarregionen gewährleisten.

  • Beseitigung von Engpässen auf Bundesfernstraßen

Der Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) stellen fest:

Um den Logistikstandort Deutschland zu stärken, sei eine Verbesserung der Infrastruktur dringend notwendig. Dies gehe „in jedem Fall nur mit der Straße“, die den Löwenanteil des Verkehrsaufkommens zu stemmen habe. Vordringlich sei die Beseitigung von Engpässen auf Bundesfernstraßen.

Der Bundesverband der Transportunternehmen (BVT) sieht sich durch das über Erwarten deutliche Wachstum des Straßengüterverkehrs in seiner Forderung bestätigt, die Straßeninfrastruktur stärker als bisher geplant auszubauen.

Quelle und weitere Informationen:

Rat für Nachhaltige Enwicklung

 

  • Transit- und Schwerverkehr weiter steigend

In einem Gutachten zur „Abschätzung der langfristigen Entwicklung des Güterverkehrs in Deutschland bis 2050" hat die ProgTrans AG im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die langfristige Entwicklung des Güterverkehrs abgeschätzt.

Die wichtigste Botschaft des Gutachtens lautet:
Sowohl das Güterverkehrsaufkommen wie auch die Güterverkehrsleistung werden bis 2050 nicht abnehmen, im Gegenteil: Das Aufkommen wird gegenüber heute von gut 3.7 Milliarden Tonnen um knapp die Hälfte auf dann fast 5.5 Milliarden Tonnen zunehmen. Die Leistung wird sich mehr als verdoppeln, von heute etwas weniger als 600 Milliarden Tonnenkilometer auf dann mehr als 1200 Milliarden Tonnenkilometer.

Die grenzüberschreitenden Verkehre wachsen demgegenüber stärker und ohne erkennbare Einschnitte. Da die Transportweiten (auf den inländischen Streckenabschnitten) hier nur noch geringfügig zunehmen, liegen die Wachstumsraten von Aufkommen und Leistung nah beieinander. Der Empfang wird auch weiterhin den Versand übersteigen.

Am dynamischsten wird der Durchgangsverkehr zulegen
: Trotz leicht sinkender Transportweiten wächst hier die Leistung bis 2050 so stark, dass sie dann ca. ein Fünftel der gesamten (europäischen!) Güterverkehrsleistung auf deutschen Verkehrswegen ausmachen wird. Gestützt wird dieses Wachstum von einer markanten Aufkommenszunahme in diesem Segment.

Quelle und weitere Informationen:

Gutachten zur Entwicklung des Güterverkehrs

Entwicklung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs

 

 

  • Regierung fördert Boom-Sektor Güterverkehr und Logistik

In ihrer Gesamtheit hat die Logistikwirtschaft in Deutschland einen Umsatzwert von 178 Milliarden Euro pro Jahr (gewerbliche Dienstleister und Verladebereich). Dies ist mehr als der Umsatz der deutschen Chemieindustrie von 142 Milliarden Euro oder der Ernährungsindustrie von 132 Milliarden Euro. In der Logistikwirtschaft gibt es insgesamt 2,5 Millionen Beschäftigte – mehr als in jedem anderen Industriezweig. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen beträgt knapp acht Prozent.

Zur Eröffnung der "transport logistic 2007" in München erklärte
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee:

"Wir werden die Logistikinfrastruktur in Deutschland weiter ausbauen und die Rahmenbedingungen stetig verbessern. Damit wollen wir Deutschlands führende Stellung in Europa auch in Zukunft sichern. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es entscheidend, dass die deutsche Wirtschaft über kostengünstige, zuverlässige, effiziente und sichere Transportmöglichkeiten verfügt."

Quelle und weitere Informationen:

Logistik ist Deutschlands heimliche Paradedisziplin

Tagesschau: Boom auf Kosten der Umwelt

Risiken des Güterverkehrs

Güterverkehr in der Stadt

 

Wer angesichts dieser Fakten immer noch glaubt, die Trasse diene lediglich regionalen Zwecken, nämlich der Verbindung der Wirtschaftsräume Fulda und Meiningen und dass Pendler ihren Arbeitsplatz schneller und sicherer erreichen, wird enttäuscht werden.

Es kann nicht angehen, dass eine der schönsten und unberührtesten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands, ja Europas, für alle Zeiten verhunzt wird, damit Lkw-Flotten schnell und billig zwischen Ost- und Westeuropa pendeln können. Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland zum Zweck der Gewinnmaximierung, Rohstoffe hin, Produkte zurück - und das alles durch die Rhön, die entlang der Trasse nicht nur um ihr wichtiges Standbein Tourismus gebracht würde, sondern auch einen unwiederbringlichen Verlust an Lebensqualität hinnehmen müsste.

Sich gegen diesen Unsinn zu wehren, ist weder Umweltschutz am falschen Platz noch Fortschrittsverhinderung, sondern ein Gebot des gesunden Menschenverstands.

Ein Ausbau der vorhanden Landstraßen mit Ortsumfahrungen und Begradigungen enger Kurvenradien würde den Rhönern wirklich nützen und wäre dazu noch schneller und günstiger zu realisieren.

 

 


 

 

 


 

 

 

 

 

 


Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen "Sondergutachten Straßenverkehr"

Newsletterbestellung

Hier können Sie sich in unseren Newsletter-Verteiler eintragen. So bekommen Sie regelmäßige Informationen von und über die Trasse Fulda-Meiningen.



  • Bürgerinitiative "Alternative B87" Widerstand gegen die B87n
    Leipzig-Torgau